Konstruktive Ausführung

Um die Kosten niedrig zu halten, wurde für den Raketenantrieb folgende Merkmale festgelegt:

  • Nutzung eines lagerfähigen, leicht beschaffbaren Oxidators (RFNA)
  • Verzicht auf eine aktive Kühlung der Entspannungsdüse
  • Verzicht auf eine besondere Zündeinrichtung durch Verwendung einer hypergoler Zündmasse
  • Weitestgehende Verwendung handelsüblicher Werkstoffe und Bauelemente

Merkmale wie Schub, Kaliber und Masse ergaben sich aus der Kombination von vier Einzelbrennkammern eines bei Vorversuchen untersuchten Typus, um eine Übertragung von konstruktiven Lösungen und Versuchsergebnissen zu ermöglichen. Als Nachteil wurde der verhältnismäßig große Luftwiderstand und der relativ geringe Schub in Kauf genommen.

Die Rakete setzt sich aus dem hybriden Antriebssystem, dem für die aerodynamische Stabilisierung nötigen Leitwerk und für die Rückführung einzusetzenden Fallschirmsystem zusammen.

Das Antriebsystem besteht aus dem Hybridmotor und dem Oxidatorsystem. Beide Komponenten sind über einem Adapter verbunden. Details zu den beiden wichtigen Komponten finden sich gesondert auf nachfolgenden Seiten. Am oberen Ende des Oxidatorsystem folgt das Fallschirmsystem, daß sich in einer CFK-Spitze befindet. Der Behälter mit dem Bremsfallschirm eines Jagdflugzeuges, der mit der Flugkörper-Ogive eine Einheit bildet, ist mit Federn gegenüber dem Restflugkörper vorgespannt, die Freigabe erfolgt über Auslösung von Sprengbolzen. Der Impulsinhalt dieser Konstruktion und ihre mechanische Funktion wurde mit einem ballistischen Pendel getestet.

Am oberen Ende der Brennkammer ist eine Alu-Strukturplatte angebracht, die den Schub der Brennkammern aufzunimmt und eine mechanische Verbindung zwischen Raketenmotor und Oxidatorfördersystem schafft. Die mechanische Verbindung von Brennkammer und Strukturplatte erfolgt mittels auf die Einspitzköpfe aufgeschraubten Spezialschrauben. Die Leitwerke sind an der Basisplatte der Brennkammer und am unterern Düsenende befestigt. Das Heck des Flugkörpers ist trotz des höheren Basiswiderstandes verkleidet, da an der Bodenplatte dieser Verkleidung Abreißstecker, die die elektrischen Verbindungen zum Flugkörper darstellen, angebracht sind.

Der ganze Flugkörper sitzt mit der Düse auf einem Gasleitrohr, daß einerseits an der Startrampe befestigt, über die Sprengbolzen den Flugkörper hält. Außen am Flugkörper sind zwei "Launch-Lugs" befestigt, mit denen Flugkörper in der Startschiene läuft. Der Flugkörper sollte durch zwei Sprengbolzen am Düsenende angreifend an der Startrampe befestigt werden, die nach erfolgreichem Anlauf des Triebwerkes gezündet werden.

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